Schrottdiagnosen
Wichtig: kein Tierhalter kann ohne Tierarzt auskommen. Ohne die moderne Veterinärmedizin mitsamt Labor würden jährlich sicherlich hunderttausende von Tieren elendig sterben. Und ohne Veterinärmedizin, sprich, ohne die heute zum Glück übliche Kastration, würden jährlich millionen von Katzenwelpen geboren werden, die "auf die gute, alte Art" getötet werden würden.
Der überwiegende Teil der Tierärzte sind tierliebende, einfühlsame Menschen, die etliche Jahre in Studium und Weiterbildungen investiert haben und mit Herzblut und großem Wissen ihre Arbeit tun.
Aber es gibt auch andere: ignorante, arrogante Geldschneider, die manchmal sogar den Eindruck erwecken, nichtmal sonderlich tierlieb zu sein. Es gibt zum Beispiel welche, die Katzen ohne Betäubung Zähne ziehen und es gibt solche, die, aus purer Unwissenheit oder Gleichgültigkeit, haarsträubende Fehldiagnosen stellen und ihre kleinen Patienten viel zu früh oder gar völlig unnötig einschläfern. Die unten angeführten Geschichten passierten bei solchen Medizinern.
Diese Geschichten sollen niemanden "schlecht machen", sondern lediglich darauf aufmerksam machen, dass auch Ärzte Menschen sind. Mit dem Anlegen der Arztkittels erwirbt man sich keine gottgleiche Unfehlbarkeit. Und als Tierhalter gibt man seine Verantwortlichkeit nicht an der Praxistür ab.
Also: denkt nach und informiert Euch auch selbst möglichst umfassend!! Gegebenenfalls eine zweite ärztliche Meinung einzuholen bedeutet nicht Ketzerei!
Monika <info@bueroservice-kraichgau.de>:
Hier die Geschichte über Fehldiagnosen unserer kleinen Fix:
Oktober 2001
Sie erblindet "von heute auf morgen"
TA: "Das geht von alleine wieder weg."
November bis Dezember 2001:
Augen werden *durchsichtig*, immer wieder Nasenbluten.
TA: "Kein Grund zur Besorgnis."
Dezember 2001
Fix liegt nach einer etwa einstündigen Abwesenheit unsererseits in einer Blutlache,
völlig apatisch. Maßnahme des des TA: Spritzen.
Dezember 2001,
Fix geht es gut, erneute Vorstellung zum TA, wünsche eine Blutuntersuchung.
TA: "So gut, wie es der geht, ist alles in Ordnung, Blutuntersuchung nicht notwendig."
Februar 2002:
Zusammenbruch, Dauernasenbluten, Körper kühl.
TA: "Es sieht nicht gut aus..."; rettet sie, macht ENDLICH eine Blutuntersuchung (großes Katzenprofil).
Fazit: Akute Niereninsuffizienz.
Maßnahme: 2 oder 3 Mal Infusionen, Aufbaumilch, NierenTroFu!![]()
Meine kleine Maus hielt noch tapfer bis Juli 2002 durch...
Freilich habe ich zeitgleich im Internet recherchiert, war aber offenbar dazu in den falschen Foren, denn dort nahm man die Symptome genausowenig *ernst* wie mein TA - und ich glaubte deswegen allen.
Fix wurde 16 Jahre alt.
Hier zwischendurch einige sehr wichtige Links:
http://de.groups.yahoo.com/group/SiebenKatzenLeben wer Hilfe braucht; Mailingliste
www.catgirly.de vieles zu den Laborblutwerten und das neueste zum Thema FIP
http://www.felinecrf.info/ alles über Chronische Niereninsuffizienz
http://www.odo.in-berlin.de/mini-FIP-FAQ.html zum Thema FIP
http://www.poose.de zum Thema FIV
Und das wichtigste: NICHT gleich aufgeben!!!
Jule & Lieselotte
Sollten bei einem "FIP"-Titer von 1:400, bzw. 1:800 im Alter von zehn Wochen vorsorglich getötet werden. Beide waren klinisch völlig gesund - und sind es auch jetzt noch, etwa neun Jahre später.
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Alexandra rincewind19@gmx.de:
Odins Geschichte
Nun ist es schon 5 Monate her, dass unsere (mittlerweile ehemalige!) Tierärztin bei unserem Odin FIP diagnostizierte. Auch durch meine Anmerkung, man könne doch FIP nicht 100% nachweisen ließ sie sich nicht beirren: sie sei sich 100% sicher, dass er FIP hat und wir sollten uns mit dem Gedanken abfinden, ihn einschläfern zu lassen. Die Durchführung eines weiteren Tests zu einem späteren Zeitpunkt zog sie erst gar nicht in Erwägung...
Sein Hautpilz ging als nicht weg, was sie für ein Indiz seiner Immunschwäche durch FIP hielt, nannte ihn auch immer "mickrig" ...
Ihre Vorgehensweise gegen den Pilz war ein mehrmals tägliches Einschmieren mit Imaverol über Monate hinweg (soll ja auf Dauer schädlich für die Leber sein, wie ich später erfahren habe) und ein Arztbesuch alle 2 Wochen, um mit der Woodschen Lampe nach Pilzsporen Ausschau zu halten.
Meine Meinung ist mittlerweile, dass die Art der Behandlung vollkommen falsch war und sie nachlässig nach den Stellen geschaut, dabei welche übersehen hat, die sich dann wieder ausgebreitet haben.
Ende April suchten wir eine andere Ärztin auf, mit der wir sehr zufrieden sind. Sie lehnt die bisher angewandte Behandlung total ab und meinte ausserdem, dass er ja gar nicht mehr von einem Pilz befallen sei, Pilzsporen findet man öfters mal überall...
Sie war mit Odin's Gesundheitszustand sehr zufrieden, sagte, wir sollten mal einen Monat abwarten, in dem wir nicht mehr die angeblichen Pilzstellen mit Imaverol behandeln und dann einen erneuten FIP-Test machen.
Gesagt, getan, das Ende vom Lied: Odin hat kein FIP! Haben ihn auch gleich auf Leukose testen lassen (wenn schon, denn schon), aber Odin ist tatsächlich ein kerngesunder Kater!
Habe schon häufig von einer Fehldiagnose in Bezug auf FIP gehört, aber das am eigenen Leib zu spüren war echt schlimm, stell Dir mal vor, wir hätten auf ihren Rat gehört und ihn einschläfern lassen!!!!!!!!![]()
So, wollte nur mal loswerden, dass sich alle Ängste um ihn als unbegründet erwiesen haben und der Kleine demnächst geimpft und kastriert wird (da er wegen dem FIP-Verdacht eh nicht rausdurfte haben wir ihm den Impfstress erspart...)
Deine Mails haben mir ganz besonders dabei geholfen, mich mit dem Thema FIP vertraut zu machen und der Diagnose der Ärztin nicht 100% zu vertrauen, bzw. mich nicht davon entmutigen zu lassen!
Zwar hat der Tierarztwechsel, zu dem Du mir geraten hast, etwas gedauert, aber das lag wohl an meiner totalen Verunsicherung, erst nachdem ich von einer Freundin eine Ärztin empfohlen bekommen habe, der es 100% um das Wohl der Tiere geht, hab ich gehandelt.
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